Räume in rauem Design

2013-09-18

Nachdem Jahrzehnte lang glänzende Böden und polierte Oberflächen das Maß aller Dinge waren, schlagen sehr viele Büros nun eine andere Richtung ein. Aber kann sich raue Ästhetik dauerhaft etablieren?

Eine im Frühjahr im Auftrag von Kinnarps durchgeführte Umfrage ergab, dass nur etwa 25 Prozent mit ihrem Arbeitsumfeld vollkommen zufrieden sind. Doch wie kann ein inspirierendes Umfeld aussehen?
„Die Umfrage bekräftigt unsere Überzeugung, dass maßgeschneiderte Arbeitsumgebungen, bei denen das Individuum Berücksichtigung findet, die beste Option sind“, erklärt Elisabeth Slunge, Brand, Range, Design Director bei Kinnarps.
Ein Trend, den wir in Büros immer häufiger antreffen (vor allen Dingen in den USA), ist die Rückkehr der rauen Ästhetik:  Räumlichkeiten, die uns an alte Fabrikumgebungen erinnern – mit abgenutzten, zerschlissenen Betonböden, freiliegenden Rohren und Lüftungsschächten sowie Bleiglasfenstern.
Nach Ansicht von Marc Kushner, Gründer und CEO von Architizer, einem sozialen Netzwerk für Architekten und Innenarchitekten in den USA, lässt sich dieser Trend leicht erklären.
„Viele Beschäftigte suchen das Gefühl, dass sie in der Tat etwas von Grund auf neu schaffen,  dass sie an etwas beteiligt sind, das größer als sie selbst ist. In rauen Umgebungen verschwinden alte Hierarchien und etwas Neues kann entstehen.“
Jason Freedman vom Unternehmen 42 Floors mit Sitz in San Francisco, einer Suchmaschine für verfügbare Büroräume, bestätigt diesen Trend und erklärt, dass attraktive, großzügige Büros dichtgemacht und durch raue, industriell anmutende Räumlichkeiten ersetzt werden, die derzeit eine starke Nachfrage erleben.
Die Architekten von o+a, die für den Microsoft Campus in Washington und damit die Innovationsschmiede des Unternehmens verantwortlich zeichnen, haben ihre Hausaufgaben gut gemacht. Hinter schweren Garagentoren liegen hier allseits Räumlichkeiten in rauem Design. Dadurch werden eine besondere Aufbruchstimmung und ein einzigartiger Pioniergeist geschaffen.